Hauptschule

Organisation und Abschlüsse

Abschlüsse


An der Hauptschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erworben werden. Mit der Versetzung in Klasse 10 wird am Ende der Klasse 9 ohne zentrales Abschlussverfahren der Hauptschulabschluss erworben. Abhängig von den erbrachten Leistungen besuchen die Schülerinnen und Schüler entweder die Klasse 10 Typ A oder die Klasse 10 Typ B. Am Ende der Klasse 10 Typ A wird in einem zentralen Abschlussverfahren der Hauptschulabschluss nach Klasse 10 erworben. Am Ende der Klasse 10 Typ B steht nach erfolgreichem zentralen Abschlussverfahren der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife). Bei besonders guten Leistungen wird über den mittleren Schulabschluss hinaus die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erteilt.

 

Arbeitslehre


Der Lernbereich Arbeitslehre umfasst die Fächer Wirtschaftslehre, Hauswirtschaft und Technik. Der Lernbereich wird von Klasse 7 bis Klasse 10 unterrichtet. Der Unterricht vermittelt den Jugendlichen grundlegende Fähigkeiten, Kenntnisse und Einsichten im technischen, wirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Bereich. Der Lernbereich Arbeitslehre leistet insbesondere einen Beitrag zur Berufsorientierung und unterstützt damit den Übergang von der Schule in die weitere Ausbildung.

Berufsorientierung


Berufsorientierung ist ein wichtiges Kennzeichen aller Hauptschulen. Spätestens ab Klasse 7 werden die Schülerinnen und Schüler in angemessener Form an unterschiedliche Berufe herangeführt, z. B. durch Betriebsbesichtigungen und Kurzpraktika. Ziele der Berufsorientierung sind ein Überblick über unterschiedliche Berufe und Kenntnisse für eine begründete Entscheidung für einen Beruf oder ein Berufsfeld.

Betrieb und Schule


Für Schülerinnen und Schüler, deren Abschluss gefährdet ist, gibt es an vielen Hauptschulen das BuS-Projekt. Im 10. Schulbesuchsjahr können die Jugendlichen an diesem Projekt teilnehmen und besuchen dann an drei Tagen in der Woche die Schule, an zwei Tagen in der Woche arbeiten sie in einem Betrieb. Ziel ist es, den Jugendlichen die Möglichkeit zu einem Übergang ins Berufsleben zu eröffnen. Zudem kann der Hauptschulabschluss nach der Klasse 9 erworben werden.

 

Die Hauptfächer Mathematik und Englisch

Mathematik und Englisch wird in den Klassen 7 bis 9 in Grund- und Erweiterungskurse differenziert unterrichtet. In Klasse 10 wird in 10A- und 10B-Lerngruppen differenziert.

 

Erprobungsstufe


Die Klassen 5 und 6 der Hauptschule bilden die Erprobungsstufe. Sie dient der Einführung in die Schulform Hauptschule und der Feststellung, ob die Kinder die für sie passende Schulform besuchen. Zu jedem Halbjahr wird beraten, ob ein Wechsel der Schulform für leistungsstärkere Schüler und Schülerinnen zur Realschule oder zum Gymnasium sinnvoll ist.

 

Grundkurs (G-Kurs) und Erweiterungskurs (E-Kurs)


In den Fächern Mathematik und Englisch findet der Unterricht in den Klassen 7 bis 9 auf zwei Anspruchsebenen in Erweiterungskursen und Grundkursen statt. Im Erweiterungskurs werden Schülerinnen und Schüler mit zusätzlichen und anspruchsvolleren Aufgaben mit Blick auf den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) gefördert. Über die Aufnahme in einen Grundkurs oder Erweiterungskurs entscheidet die Klassenkonferenz. Sie prüft am Schuljahresende, in Einzelfällen auch am Ende eines Schulhalbjahres, ob ein Wechsel des Kurses erforderlich ist. In kleinen Hauptschulen kann auf eine Differenzierung in zwei Kursarten verzichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler werden dann in Binnendifferenzierung auf zwei Anspruchsebenen gefördert.

 

Lernstandserhebungen


Im Laufe der Klasse 8 finden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch an drei Zentralterminen landesweite Lernstandserhebungen statt. Alle Schulen in Nordrhein-Westfalen erhalten die für die jeweilige Schulform identischen Aufgaben zugestellt und führen die Lernstandserhebungen durch. Nach der Auswertung erfahren die Lehrkräfte, welchen Lernstand die Lerngruppe als Ganzes und die einzelnen Schülerinnen und Schüler haben und können dann Förderkonzepte im Hinblick auf die Standards des angestrebten Abschlusses entwickeln. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler bei der folgenden Zeugnisvergabe zwischen zwei Noten steht, können die Ergebnisse der Lernstandserhebung zur Notenfindung hinzugezogen werden.

 

Praktikum


Praktika dienen dazu, Schülerinnen und Schüler an die Arbeitswelt heranzuführen. Hier kann jeder Erfahrungen im Betrieb machen, Arbeitsabläufe kennenlernen und erste eigene Arbeiten übernehmen. Die Schulen organisieren ihre Praktika selbst. Die Modelle reichen von Tagespraktika über Wochenpraktika bis zu Langzeitpraktika, in denen Schülerinnen und Schüler für ein halbes Jahr an einem Tag in der Woche im Betrieb sind und sonst in der Schule.

 

Wahlpflichtunterricht


Wahlpflichtunterricht gibt es in den Klassen 7 bis 10 mit jeweils zwei Stunden pro Woche. Die Schule macht den Schülerinnen und Schülern in diesem Bereich ein erweitertes Lernangebot in den Lernbereichen Naturwissenschaften, Arbeitslehre, Kunst und Musik. Im Rahmen eines Schulversuchs kann dort auch eine zweite Fremdsprache angeboten werden.

 

Wechsel der Schulform


In den Klassen 5 und 6 wird in jedem Halbjahr, in den Klassen 7 und 8 wird am Schuljahresende darüber beraten, ob eine Schülerin oder ein Schüler auf die Realschule oder auf das Gymnasium wechseln kann. Insbesondere wenn eine Schülerin oder ein Schüler in den Fächern mit Klassenarbeiten einen Notendurchschnitt von 2,0 erreicht hat, berät die Schule die Eltern im Hinblick auf einen Wechsel. Auch am Ende der Klasse 10 gibt es zahlreiche Anschlussmöglichkeiten. Neben einer Berufsausbildung können sich die verschiedenen Bildungsgänge des Berufskollegs oder z.B. nach einem guten mittleren Schulabschluss der Besuch der gymnasialen Oberstufe anbieten.

 

Zentrale Prüfungen


Zentrale Prüfungen werden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch am Ende der Klasse 10 durchgeführt. Die Prüfungsaufgaben werden vom Ministerium entwickelt. In der Klasse 10 Typ A entsprechen die Anforderungen der Prüfungen dem Niveau des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10, in der Klasse 10 Typ B liegen die Anforderungen auf dem Niveau des mittleren Schulabschlusses (Fachoberschulreife). Die zentralen Prüfungen sind nur ein Teil des Schulabschlusses. Sie werden ergänzt durch die Vornoten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch und durch die Noten in den anderen Unterrichtsfächern.